Baden-Würtemberg schafft Studiengebühren ab

Die Wähler in Baden-Württemberg haben sich heute klar gegen Studiengebühren ausgesprochen. Die zukünftige Regierung wird sich aus erklärten Gegnern von Studiengebühren zusammensetzen. Baden-Württemberg stellt sich damit nach Hessen, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Hamburg in die Reihe der Bundesländer, die Studiengebühren als das erkannt haben, was sie sind: Ein unsoziales Auslaufmodell. Bald werden nur noch Bayern und Niedersachsen an der Uni-Maut festhalten.

Eva Blomberg aus der Geschäftsführung der LMU-Studierendenvertretung erklärt: "Die unsozialen Studiengebühren werden zurecht von den Wählern abgestraft. Die bayerische Regierung muss das erkennen, oder es wird ihr genauso ergehen wie schwarz-gelb in Baden-Württemberg."

Dadurch verstärke sich die Hoffnung der Studierenden auf die Abschaffung der Studiengebühren auch in Bayern, so Eva Blomberg: "Diese Entwicklung gibt uns Mut. Die bayerischen Studierenden verstehen immer weniger, dass sie Gebühren für ihr Studium bezahlen müssen – auch, weil die Gelder oft verschwendet oder gar nicht genutzt werden."

Ari Wugalter, hochschulpolitischer Referent der Studierendenvertretung der TU München: "Gerade in einer Stadt wie München mit hohen Mieten und ohne Semesterticket sind die Studiengebühren eine für viele kaum tragbare Zusatzbelastung. Bei der hohen Arbeitsbelastung im Studium und der Notwendigkeit, für Studiengebühren viele zusätzliche Stunden zu arbeiten, kann ich jeden Studienanfänger verstehen, der sich zukünftig lieber in Stuttgart, Heidelberg oder Konstanz statt an der LMU oder TU immatrikuliert. Viele Talente werden Bayern so verloren gehen."