Aprilscherz

Die nachfolgende Meldung über das Heimstudiumsgeld war natürlich ein Aprilscherz, allerdings mit durchaus ernstem Hintergrund. Die Raumnot ist vor allem an der TUM ein ernstes Problem. Während in den vergangen Jahren die Studierendenzahl um mehr als 50% gestiegen ist, hat sich die Nutzfläche nur um etwa 15% vergrößert. Deshalb arbeiten wir auch gerade daran, die Lernraumsituation zu verbessern.

Außerdem ist natürlich mit der finanziellen Situation der meisten Studierenden nicht zu spaßen. Die Studiengebühren werden zwar jetzt abgeschafft, allerdings ist die Überarbeitung des BAföG dringend notwendig.

CSU fordert Heimstudiumsgeld

Die Abschaffung der Studiengebühren ist sicher, doch noch bevor das neue Bildungsfinanzierungsgesetz in Kraft tritt, bringt die CSU nun einen neuen Vorschlag in die Diskussion über die Finanzierung der Hochschulen ein: Das Heimstudiumsgeld. So sollen Studierende, die statt im Hörsaal lieber im Selbststudium daheim mit Büchern und Aufzeichnungen von Vorlesungen lernen, künftig monatlich 150 Euro erhalten. Hintergrund des Vorschlags ist die prekäre Situation an den überfüllten bayerischen Hochschulen. Die Klagen der Studierendenvertreter, dass weder Anzahl noch Größe der Räume den steigenden Studierendenzahlen gerecht werden, werden nun also erhört. "Aus Studienbeiträgen wurden zusätzliche Tutorien geschaffen und die Öffnungszeiten der Bibliotheken verlängert. Bei der Diskussion über das Bildungsfinanzierungsgesetz haben wir festgestellt, dass diese Maßnahmen gar nicht nötig wären, wenn mehr Studenten daheim lernen würden", so der hochschulpolitische Sprecher der CSU, Oliver Jörg.

Das Heimstudiumsgeld scheint dabei die einzige Möglichkeit zu sein, die anstehenden Kosten von allein an der TUM mehr als einer Milliarde Euro für Neubauten und Renovierungen zu senken. Dazu Stefan Bschorer, Vorsitzender des Fachschaftenrates: "Die Erfahung zeigt uns, dass Bauvorhaben, wie der Umzug der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik nach Garching oder die Neue Mitte Garching immer wieder scheitern oder sich zumindest verzögern. Das Heimstudiumsgeld ist eine Möglichkeit, uns zumindest weitere Anmietungen wie in Hochbrück und somit viel Geld zu sparen."

Für Ministerpräsident Seehofer steht die Wahlfreiheit der Studierenden im Vordergrund. Jeder solle frei entscheiden können, ob er lieber daheim studieren oder sich vor Ort die Räumlichkeiten mit Tausenden Kommilitonen teilen wollle. Er betont jedoch, dass es sich dabei nicht um eine "Sofaprämie" handele: "Wir trauen den jungen Leuten zu, dass sie ihre Bildung selbst in die Hand nehmen." Dass das funktionieren könne und die Nachfrage bestehe, zeige laut Seehofer die steigende Zahl an Studierenden der Fernuniversität Hagen, die mit knapp 85.000 Studierenden die größte Hochschule Deutschlands ist.

Um das Heimstudiumsgeld nicht nur in Bayern sondern deutschlandweit einzuführen, nimmt die CSU auch Bildungsministerin Johanna Wanka in die Pflicht. "Da darf es – auch an Ostern – kein Rumeiern geben. Ich erwarte, dass die neue Bildungsministerin diese Leistung klar und kompromisslos vertritt", so Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Die Studierenden sollen die Bildungsarbeit "selber leisten, anstatt sie dem Steuerzahler zu übergeben, den jeder Studienplatz 1000 Euro im Monat kostet."

Ein weiteres Argument der CSU lautet, dass Studierende tagsüber verstärkt einer Berufstätigkeit nachgehen könnten, wenn ihnen durch das Heimstudiumsgeld ein Lernen an Abenden und Wochenenden schmackhaft gemacht würde. "Dass viele Studierende arbeiten müssen, um sich ihr Studium zu finanzieren, ist Fakt", berichtet Franziska Traube, studentische Vertreterin im Senat der TUM, "aber dass die CSU das mal einsieht, hätte ich nie gedacht."

Einzig die FDP wehrt sich momentan gegen den Vorschlag des Koalitionspartners. Sie befürchtet, dass dadurch vor allem Studierende aus einkommensschwachen Familien von den Universitäten ferngehalten würden.